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Webgrafik mit Picture Publisher

Web-Grafik: Zu beachten ...

Bevor man mit der Gestaltung für das Web beginnt, sollten die folgenden Rahmenbedingungen bekannt sein, die das Grafiker-Leben schwierig, aber dafür auch interessant machen:

Langsame Internetverbindungen ...

... gibt es leider immer noch. Was auf dem heimischen PC blitzschnell funktioniert, dauert im Web augrund der geringeren Übertragungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches länger.

Selbst wenn man bei seinen Besuchern einen DSL-Anschluss voraussetzen kann, befreit dies den Grafiker nicht von der Pflicht, seine Grafiken möglichst schlank zu halten. Es muss zwar nicht mehr um jeden Byte-Gewinn gekämpft werden, so wie das in den Anfangstagen des Web der Fall war. Ziel ist sollte aber nach wie vor sein, dass die Seite samt Grafiken trotz langsamer Übertragungsgeschwindigkeiten möglichst schnell geladen ist.

Zusätzlich benötigt man spezielle Grafikformate, welche die Bilddaten komprimieren, also kleiner machen: Das JPEG-Format und das GIF-Format. Ein weiteres mögliches Format - PNG - spielt immer noch keine große Rolle, weil dessen Darstellung browserübergreifend noch zu unterschiedlich ist.


Gestaltung für Monitore

Ein Web-Grafiker gestaltet nicht für den späteren Ausdruck, sondern für den Monitor des Besuchers. Monitore haben lediglich eine Auflösung von 72 dpi, manchmal auch 96 dpi - schon der schlechteste Tintenstrahldrucker packt da mehr Punkte auf eine Seite. Aufgrund der geringeren Gestaltungsfläche müssen die Grafiken daher um ein Vielfaches kleiner sein.

Ein weiteres Problem für den Web-Grafiker ist der Umstand, dass nicht jeder Besucher die gleiche Computerausstattung sein Eigen nennen darf. Vor allen Dingen die unterschiedlichen Monitorgrößen und -einstellungen machen es praktisch unmöglich, ein einheitliches Erscheinungsbild der Grafiken bei allen Besuchern zu erzeugen.

Die Größe der Grafik kann sich nicht der des Monitors anpassen. Das bedeutet: Macht man sie zu groß, dann kann es passieren, dass sie auf Monitoren mit weniger Bildpunkten zu viel Platz einnimmt und der eigentliche Inhalt an den Rand gedrängt wird. Macht man sie zu klein, dann entfaltet sie bei großen Monitoren nicht ihre Wirkung.

Auch mit den Farben ist das so eine Sache. Weiß bleibt zwar Weiß und Blau auch Blau. Nur sind alle Monitore unterschiedlich kalibriert, das heißt, dass sie unterschiedliche Einstellungen in Helligkeit, Kontrast, Farbintensität usw. haben. Die immer weiter verbreiteten TFT-Monitore haben beispielweise noch Schwächen bei der Darstellung schwacher Farbtöne.

In der Praxis geht man deshalb immer von Mittelwerten aus, im Augenblick von einer Bildschirmauflösung von 1024 mal 768 Pixeln.


 Rauhe Kanten

Aufgrund der geringeren Größe der Web-Grafiken hat man in der Regel mit dem Problem zu kämpfen, dass Linien, Kreise und andere Formen nicht glatt erscheinen, sondern »gezackt«.

Dies sieht natürlich nicht gerade besonders gut aus und verhindert die Illusion eines »wie aus einem Guß« erscheinenden Screendesigns. Deshalb sollte die Kanten entweder mit einem Weichzeichner glätten oder, falls das Grafikprogramm diese Möglichkeit bietet, beim Zeichnen von Formen das »Anti-Aliasing« (Kantenglättung) aktivieren.

Tipp: Ich empfehle, die Grafiken grundsätzlich in etwas größerer Auflösung zu erstellen und erst am Ende auf die Größe zu bringen, in der sie auf der Web-Seite erscheinen soll. Denn dann wird das Anti-Aliasing automatisch durch das Grafik-Programm (z.B. PP 8) durchgeführt und das in guter Qualität.

Ein Kreis. Links mit der Original-Kanten, rechts mit geglätteter Kante. Einen Nachteil hat jedoch die Kantenglättung bzw. das Anti-Aliasing: Die Konturen werden unscharf. Aber immer noch besser als gezackt ...



Die Sache mit dem Copyright

Das Web ist voll mit schönen, grafisch gelungenen Schöpfungen. Wen wundert es, dass da manch einer nicht der Versuchung widerstehen kann, diese Grafiken auf der eigenen Fesplatte zu speichern und in die eigene Web-Site einzubauen. Damit verletzt man aber das Urheberrecht desjenigen Grafikers, der diese Grafik geschaffen hat und theoretisch kann man deswegen auch verklagt werden.

Deshalb rate ich: Einfach selber machen. Aber wenn man es trotzdem auf eine »unwiderstehliche« Grafik abgesehen hat, dann sollte man vorher den Schöpfer fragen, ob man sie auf der eigenen Site verwenden darf. Nicht anfragen braucht man übrigens bei Grafiksammlungen, bei denen das kopieren und verwenden ausdrücklich erlaubt und gewünscht ist.


 Grafik ist nicht Alles

Die Besucher einer Web-Site sind in der Regel nicht da, um die Grafiken zu bewundern. Die grafische Aufmachung ist für sie maximal ein angenehmes Beiwerk, aber letztendlich sind sie auf der Suche nach nützlichen Inhalten.

Wenn Grafiken zur Veranschaulichung des Inhalts dienen, dann sind sie auch beim Surfer gern gesehen. Man sollte aber nicht zu viel Arbeit in zu viele Rand-Grafiken stecken und sich immer bewusst sein: In HTML gesetzter Text lädt viel schneller als eine Grafik. Viele Besucher verlassen eine Site sofort wieder, wenn sich der Seitenaufbau aufgrund zu vieler Grafiken zu langsam vollzieht.

Meine Site würde ich als Grenzfall betrachten: Einigen wird es schon zu viel an Grafiken sein. Aber die Ladezeiten sind - so habe ich mir von Besuchern versichern lassen - erträglich. Und es macht mir eben Spaß, Grafiken anzufertigen ...